History of the world

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Altes Indien

ALTERTUM · UM 3300 V. CHR. – 550 N. CHR.

An Indus und Ganges entstanden eine der ersten Stadtkulturen, die heiligen Hymnen der Veden, zwei neue Religionen - Buddhismus und Jainismus - und das Reich Ashokas, der sich von der Eroberung abwandte und Gewaltlosigkeit predigte. Unter den Gupta entwickelten indische Gelehrte die Dezimalziffern, die mit der Null heute die ganze Welt benutzt.

ILLUSTRATION - DAS INDUSTAL MIT DER STADT MOHENJO-DARO (REKONSTRUKTION)

Die Städte am Indus

THEMA EINS

Harappa und Mohenjo-daro im heutigen Pakistan waren schachbrettartig angelegt, mit Häusern aus gebrannten Ziegeln, Brunnen, Bädern und abgedeckten Abwasserkanälen - besser als in vielen Städten viertausend Jahre später. Ihre Händler trieben Handel mit Mesopotamien und versahen Waren mit kleinen Steinsiegeln. Die Schrift auf diesen Siegeln ist bis heute nicht entziffert. Nach etwa 1900 v. Chr. schrumpften die Städte, wohl weil Flüsse ihren Lauf änderten und der Monsun schwächer wurde.

ILLUSTRATION - DAS GROSSE BAD VON MOHENJO-DARO (REKONSTRUKTION)

Die Veden und neue Lehren

THEMA ZWEI

Ab etwa 1500 v. Chr. schufen Sprecher indoarischer Sprachen die Veden, Hymnen auf Sanskrit, die jahrhundertelang mündlich überliefert wurden, bevor man sie aufschrieb. Die Gesellschaft gliederte sich in vier Varnas, mit den Priestern, den Brahmanen, an der Spitze. Im 5. Jahrhundert v. Chr. stellten zwei Lehrer die Autorität der vedischen Riten in Frage: Siddhartha Gautama, der Buddha, und Mahavira, der große Lehrer der Jainas.

ILLUSTRATION - BUDDHA HÄLT SEINE ERSTE PREDIGT IN SARNATH (REKONSTRUKTION)

Das Reich Ashokas

THEMA DREI

Um 322 v. Chr. gründete Chandragupta Maurya ein Reich, das bald fast den ganzen Subkontinent umfasste. Sein Enkel Ashoka eroberte um 261 v. Chr. Kalinga an der Ostküste, und das Gemetzel erschütterte ihn so, dass er sich dem Buddhismus und einer Herrschaft des Dharma zuwandte - der Gerechtigkeit und Toleranz. Seine Edikte ließ er im ganzen Reich auf Felsen und Säulen meißeln. Das Löwenkapitell einer seiner Säulen ist heute das Staatswappen Indiens.

ILLUSTRATION - EINE ASHOKA-SÄULE MIT DEM LÖWENKAPITELL (REKONSTRUKTION)

Die klassische Zeit der Gupta

THEMA VIER

Ab etwa 320 n. Chr. beherrschten die Gupta-Könige vom Gangestal aus Nordindien. Ihre Zeit ist berühmt für die Sanskritdichtung Kalidasas, die Malereien der Höhlen von Ajanta und den Astronomen Aryabhata, der 499 n. Chr. die Drehung der Erde beschrieb und mit Stellenwertzahlen rechnete. Einfälle der Hunnen aus Zentralasien schwächten das Reich, im 6. Jahrhundert zerfiel es.

ILLUSTRATION - MALER BEI DER ARBEIT IN DEN HÖHLEN VON AJANTA (REKONSTRUKTION)

Abschnitte

Die Induskultur

UM 3300 – 1300 V. CHR.

Bauerndörfer wachsen zu den geplanten Städten der reifen Harappa-Phase (etwa 2600 – 1900 v. Chr.), die danach in kleinere ländliche Siedlungen zerfallen.

Vedische Zeit und Königreiche am Ganges

UM 1500 – 322 V. CHR.

Die Veden entstehen, in der Gangesebene wachsen wieder Städte, und das Königreich Magadha setzt sich gegen seine Rivalen durch. Buddha und Mahavira lehren.

Großreiche von den Maurya bis zu den Gupta

UM 322 V. CHR. – 550 N. CHR.

Das Maurya-Reich, eine Zeit regionaler Reiche wie der Kuschana im Norden und der Satavahana im Dekkan, und das Gupta-Reich.

Wichtige Daten

  1. um 2600 v. Chr.Harappa und Mohenjo-daro werden zu großen geplanten Städten.
  2. um 1500 v. Chr.Die ältesten Hymnen des Rigveda entstehen.
  3. um 322 v. Chr.Chandragupta Maurya gründet das Maurya-Reich.
  4. um 261 v. Chr.Ashoka erobert Kalinga und wendet sich dem Buddhismus zu.
  5. um 320 n. Chr.Chandragupta I. gründet das Gupta-Reich.
  6. 499 n. Chr.Aryabhata vollendet sein Werk über Astronomie und Mathematik.

Häufige Fragen

Ist die Indusschrift entziffert?

Nein. Bekannt sind mehr als viertausend kurze Inschriften, die meisten auf Siegeln und nur wenige Zeichen lang. Ohne zweisprachigen Text und ohne längere Inschriften hat sich keine der vielen vorgeschlagenen Lesungen durchgesetzt, und selbst die Sprache hinter der Schrift ist unbekannt.

Stammt die Null aus Indien?

Das dezimale Stellenwertsystem mit einem Zeichen für die Null ja. Aryabhata rechnete 499 n. Chr. mit Stellenwerten, und 628 stellte Brahmagupta Regeln für das Rechnen mit der Null auf. Arabische Gelehrte übernahmen das System, und Europa lernte es von ihnen - deshalb nennen wir diese Ziffern „arabisch“.

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