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Menkauhor
Menkauhor, auch Ikauhor genannt, war der siebte Pharao der 5. Dynastie. Nach der Chronologie von E. Hornung (2006) regierte er von 2373 bis 2366 v. Chr. Aus seiner Regierung sind nur wenige Gegenstände erhalten. Er baute den letzten der Sonnentempel und verließ Abusir, um in Sakkara bestattet zu werden, wahrscheinlich in der heute Kopflose Pyramide genannten Anlage. Im Neuen Reich, tausend Jahre nach seinem Tod, verehrten ihn die Ägypter als Gott.
- Regierungszeit
- 2373 – 2366 v. Chr. (E. Hornung, 2006). Der Turiner Königspapyrus nennt 8 Jahre, Manetho 9
- Dynastie
- 5.
- Vorgänger
- Niuserre Ini. Ob er Vater, Onkel oder ein anderer Verwandter des Menkauhor war, ist unbekannt
- Nachfolger
- Djedkare Asosi, dessen Verwandtschaft mit ihm unbekannt ist
- Königsnamen
- Horusname Menchau, „dauerhaft an Erscheinungen“. Thronname Menkauhor, „dauerhaft sind die Ka des Horus“. Geburtsname Kaiu
- Manetho
- Mencheres, 9 Jahre
- Grab
- Wahrscheinlich die Kopflose Pyramide in Nord-Sakkara, genannt Netjer-isut-Menkauhor, „göttlich sind die Stätten des Menkauhor“
- Wichtigste Quellen
- Die Königslisten von Abydos, Sakkara und Turin, eine Alabasterstatuette aus Memphis, eine Felsinschrift im Sinai, Siegelabdrücke und Steingefäße, Titel von Priestern seines Sonnentempels und seiner Pyramide
Ein Pharao mit wenigen Spuren
THEMA EINS
Menkauhor wird in allen drei großen Königslisten des Neuen Reiches genannt, doch aus seiner eigenen Zeit sind nur wenige Siegelabdrücke, Steingefäße und Inschriften erhalten. Seine Familie ist unsicher. Er war vielleicht ein Sohn des Niuserre oder des Neferefre, und seine Mutter war vielleicht eine Königin Chentkaus III., deren Grab 2015 in Abusir gefunden wurde. Sein Thronname, „dauerhaft sind die Ka des Horus“, ist seit etwa achtzig Jahren der erste Königsname ohne den Namen des Re.
Der letzte Sonnentempel
THEMA ZWEI
Wie die Pharaonen vor ihm gründete Menkauhor einen Tempel für den Sonnengott. Er hieß Achetre, „Horizont des Re“, und ist aus Titeln seiner Priester und aus Siegelabdrücken bekannt. Es war der letzte Sonnentempel, der je gebaut wurde. Sein Standort ist nicht gefunden, er könnte bei Abusir oder bei seinem Grab in Sakkara gelegen haben. Seine Nachfolger bauten keine solchen Tempel mehr, doch der Sonnengott behielt seinen zentralen Platz in der Religion.
Die Kopflose Pyramide
THEMA DREI
Menkauhor baute nicht in Abusir. In Nord-Sakkara, östlich der Pyramide des Teti, liegt eine kleine zerstörte Pyramide, deren oberer Teil ganz verschwunden ist, weshalb man sie die Kopflose Pyramide nennt. Sie wurde im 19. Jahrhundert verzeichnet, verschwand wieder unter dem Sand und wurde 2008 vom Team von Zahi Hawass wiederentdeckt. Ein Name wurde in ihr nicht gefunden, doch sie wird meist Menkauhor zugeschrieben, weil die Gräber aller anderen Pharaonen der Zeit bekannt sind und ihre geringe Größe zu einer kurzen Regierung passt. Manche Forscher halten sie für das Grab eines späteren Pharaos.
Eine Expedition in den Sinai
THEMA VIER
Wie seine Vorgänger schickte Menkauhor Arbeiter zu den Kupfer- und Türkisminen des Wadi Maghara im Sinai. Eine beschädigte Felsinschrift dort nennt seine vollen Titel und hält die Expedition fest. Türkis war für Schmuck und Einlagen begehrt, Kupfer brauchte man für Werkzeuge und Waffen. Solche Expeditionen erforderten Boote, Vorräte und bewaffnete Begleiter, und sie zeigen, dass die königliche Verwaltung unter diesem wenig bekannten Pharao noch gut arbeitete.
Eine kleine Statue aus Alabaster
THEMA FÜNF
Das einzige sichere Bildnis des Menkauhor aus seiner eigenen Zeit ist eine kleine sitzende Statue aus Alabaster, gefunden in einem Statuenversteck des Ptah-Tempels in Memphis und heute im Ägyptischen Museum in Kairo. Der Pharao trägt den eng anliegenden Mantel des Sedfestes, des Jubiläums, bei dem seine Macht erneuert wurde. Da seine Regierung kurz war, zeigt die Statue vielleicht eher seine Hoffnung auf ein solches Fest als ein wirklich gefeiertes Jubiläum.
Ein Gott tausend Jahre später
THEMA SECHS
Der Kult des Menkauhor an seiner Pyramide bestand nach seinem Tod fort, doch der erstaunlichste Teil seiner Geschichte kam viel später. Im Neuen Reich wurde er in Sakkara als örtlicher Gott verehrt, „der starke Herr der Beiden Länder Menkauhor“, und Beamte jener Zeit stellten sich in ihren Gräbern betend vor ihm dar. Auch andere alte Pharaonen wie Djoser, Teti und Userkaf wurden so geehrt, doch sein Kult gehörte zu den beständigsten und hielt sich bis in die 19. Dynastie, etwa 1200 Jahre nach seinem Tod. Vielleicht half dabei, dass seine Pyramide am Weg zur Begräbnisstätte der heiligen Apis-Stiere lag.
Fazit
THEMA SIEBEN
Menkauhor regierte nur etwa acht Jahre und hinterließ wenige Denkmäler. Er beendete die Zeit der Sonnentempel und verlegte die Königsgräber von Abusir zurück nach Sakkara, wo auch seine Nachfolger bauen sollten. Tausend Jahre später wurde er in Sakkara als Gott verehrt.
Wichtige Daten
- 2373 v. Chr.Menkauhor wird nach Niuserre Pharao, nach E. Hornung (2006).
- 2366 v. Chr.Tod des Menkauhor, wahrscheinlich in Nord-Sakkara bestattet. Djedkare Asosi folgt ihm nach.
- 2008Die Kopflose Pyramide in Sakkara, wahrscheinlich sein Grab, wird unter dem Sand wiederentdeckt.