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Snofru
Snofru war der erste Pharao der 4. Dynastie und regierte nach der Chronologie von E. Hornung (2006) von 2543 bis 2510 v. Chr. Kein anderer Pharao hat so viel Stein bewegt: Er baute mindestens drei große Pyramiden in Meidum und Dahschur, und an ihnen wurde aus der Stufenpyramide der 3. Dynastie die echte Pyramide mit glatten Seiten. Die Königsannalen berichten von seinen Feldzügen nach Nubien und Libyen und von Schiffen mit Zedernholz aus dem Libanon, und spätere Ägypter erinnerten sich an ihn als guten und großzügigen König.
- Regierungszeit
- 2543 – 2510 v. Chr. (E. Hornung, 2006). Der Turiner Königspapyrus nennt 24 Jahre, Manetho 29. Inschriften nennen mindestens die 24. Viehzählung, daher nehmen die meisten Ägyptologen etwa 30 Jahre oder mehr an
- Dynastie
- 4. (Begründer)
- Vorgänger
- Huni, der letzte Pharao der 3. Dynastie. Ob Huni sein Vater war, ist nicht bekannt
- Nachfolger
- Cheops (Chufu), sein Sohn
- Königsnamen
- Horusname Nebmaat, „Herr der Maat“. Goldname Bik-nebu, „goldener Falke“. Geburtsname Snofru, „er hat mich vollkommen gemacht“, in einer Kartusche geschrieben
- Manetho
- Soris, 29 Jahre
- Grab
- Wahrscheinlich die Rote Pyramide in Dahschur. Für ihn wurden auch die Knickpyramide in Dahschur und die Pyramide von Meidum gebaut
- Wichtigste Quellen
- Seine Pyramiden in Meidum und Dahschur mit ihren Tempeln, der Palermostein, ein Felsrelief im Wadi Maghara auf dem Sinai, die Gräber seiner Familie und seiner Beamten in Meidum und Dahschur, der Papyrus Westcar und die Prophezeiung des Neferti
Der Begründer einer neuen Dynastie
THEMA EINS
Snofru bestieg den Thron nach Huni, und die Lehre für Kagemni berichtet nur, dass Snofru nach Hunis Tod zum König über das ganze Land erhoben wurde. Seine Mutter war Königin Meresanch I., doch ob Huni sein Vater war, ist nicht bekannt. Manetho lässt mit ihm eine neue Dynastie beginnen, was darauf hindeutet, dass spätere Ägypter in ihm eine neue Königsfamilie sahen. Snofru heiratete Hetepheres I., die Mutter seines Nachfolgers Cheops. Viele seiner Söhne wurden hohe Beamte und Bauleiter. Prinz Rahotep, wahrscheinlich einer von ihnen, und seine Frau Nofret sind durch ihre bemalten Statuen aus Meidum bekannt, Meisterwerke der ägyptischen Kunst.
Die Pyramide von Meidum
THEMA ZWEI
Snofrus erstes großes Bauprojekt lag in Meidum, nahe dem Zugang zum Fayum. Dort entstand eine Stufenpyramide mit sieben Stufen, die später auf acht erweitert wurde. Jahre danach wurden die Stufen aufgefüllt und der ganze Bau mit einer Verkleidung versehen, die ihm glatte Seiten gab, ein früher Versuch einer echten Pyramide. Graffiti von Besuchern des Neuen Reiches preisen sie als Pyramide des Snofru. Heute steht nur noch der steile Kern wie ein Turm auf einem Schutthügel, weil die äußere Verkleidung abrutschte, vielleicht schon im Altertum, vielleicht viel später. Lange Zeit schrieb man das Bauwerk irrtümlich Huni zu.
Die Knickpyramide
THEMA DREI
In Dahschur, südlich von Sakkara, begann Snofru eine Pyramide, die von Anfang an mit glatten Seiten geplant war. Die Baumeister wählten einen steilen Neigungswinkel von etwa 54 Grad, doch der Boden war weich, und die Kammern im Inneren begannen unter dem Gewicht zu reißen. Man verbreiterte die Basis und änderte etwa auf halber Höhe den Winkel auf rund 43 Grad. Deshalb heißt das Bauwerk Knickpyramide. Es besitzt noch einen großen Teil seiner ursprünglichen Kalksteinverkleidung und hat zwei Eingänge, einen an der Nordseite und einen an der Westseite, eine seltene Anordnung. Eine kleine Pyramide daneben diente wahrscheinlich dem Kult des Königs.
Die Rote Pyramide
THEMA VIER
Etwas weiter nördlich begannen die Baumeister von Neuem, diesmal mit dem flacheren Winkel von etwa 43 Grad von der Basis an. So entstand die Rote Pyramide, benannt nach der rötlichen Farbe ihres Steins, die erste erfolgreich vollendete echte Pyramide. Mit einer Basis von etwa 220 Metern und einer Höhe von etwa 105 Metern ist sie nach den beiden großen Pyramiden von Gizeh die drittgrößte Pyramide Ägyptens. Snofru wurde wahrscheinlich hier bestattet. 1950 fand man darin Reste eines menschlichen Körpers, doch ob sie vom Pharao stammen, ist unbekannt. Zusammen enthalten seine Pyramiden mehr Stein als die Große Pyramide seines Sohnes.
Feldzüge, Schiffe und Minen
THEMA FÜNF
Der Palermostein, eine Abschrift der Königsannalen, verzeichnet die wichtigsten Ereignisse mehrerer Regierungsjahre Snofrus. Ein Feldzug nach Nubien brachte 7000 Gefangene und 200 000 Tiere ein, ein Feldzug nach Libyen 11 000 Gefangene und 13 100 Rinder. Die Annalen erwähnen auch 40 Schiffe mit Zedernholz, das aus dem Libanon gekommen sein muss, und den Bau königlicher Boote von 100 Ellen, etwa 52 Metern Länge. Auf dem Sinai zeigt ein Felsrelief im Wadi Maghara Snofru, wie er einen Feind erschlägt, und seine Expeditionen bauten dort Türkis und Kupfer ab. Ein solcher Staat konnte die vielen Tausend Arbeiter an seinen Pyramiden versorgen und organisieren.
Der gute König der Legende
THEMA SECHS
Spätere Ägypter erinnerten sich an Snofru als gütigen und großzügigen Herrscher. In einer Erzählung des Papyrus Westcar ist er ein gelangweilter König, der mit zwanzig jungen Frauen auf dem Palastsee rudern lässt. Als eine von ihnen ihren Türkisanhänger im Wasser verliert, legt der Zauberer Djadjaemanch die eine Hälfte des Sees auf die andere, holt das Schmuckstück vom Grund und lässt das Wasser zurückfließen. Auch die Prophezeiung des Neferti, ein Text des Mittleren Reiches, spielt am Hof Snofrus. Beamte späterer Zeiten benannten gern ihre Güter nach ihm, und im Mittleren Reich wurde er auf dem Sinai als Beschützer der Bergbauexpeditionen verehrt.
Fazit
THEMA SIEBEN
Snofru machte aus den Versuchen der 3. Dynastie die echte Pyramide. Seine Baumeister lernten aus ihren Fehlschlägen in Meidum und Dahschur, und das dabei gewonnene Wissen machte die Große Pyramide von Gizeh möglich. Mit seinen Feldzügen, seinen Schiffen und einem Staat, der Zehntausende Arbeiter ernähren konnte, eröffnete er die große Zeit der 4. Dynastie.
Wichtige Daten
- 2543 v. Chr.Snofru wird nach dem Tod des Huni Pharao, nach E. Hornung (2006), und begründet die 4. Dynastie.
- Während seiner RegierungDie Pyramide von Meidum, die Knickpyramide und die Rote Pyramide entstehen. Feldzüge führen nach Nubien und Libyen, Schiffe bringen Zedernholz aus dem Libanon.
- 2510 v. Chr.Tod des Snofru, wahrscheinlich in der Roten Pyramide bestattet. Sein Sohn Cheops folgt ihm nach.